top of page

"Ich bin halt so." – Warum diese Ausrede dich klein hält und wie du sie endlich loslässt

Stell dir vor, du sitzt mit deiner besten Freundin bei einem Glas Wein. Du erzählst ihr, was dich nervt – dein Job, dein Alltag, dein Dauerstress. Und sie hört dir zu, fühlt mit dir und fragt dich, warum du nichts an der Situation änderst. Da rutscht dir einfach der folgende Satz über die Lippen: "Ich bin halt so."


Bäm. Da ist er – dieser kleine Satz, der sich harmlos tarnt, aber innerlich alles stoppt. Veränderung? Wachstum? Klarheit? Sorry, ich bin halt so.

Aber weißt du was? Das ist kein Charakterzug. Das ist eine Ausrede. Eine Schutzmauer gegen das, was wirklich in dir brodelt.

Und heute sprengen wir sie gemeinsam.

 

ich bin sign

Was wirklich hinter "Ich bin halt so" steckt


Klingt wie Akzeptanz – ist aber oft Selbstsabotage. Dieser Satz schützt dich vermeintlich vor Schmerz, Kritik, Ablehnung. Aber er hält dich auch davon ab, dich weiterzuentwickeln. Er klingt nach Selbstliebe, meint aber oft Selbstvermeidung.


Menschen neigen dazu, sich mit ihrer Identität zu verschmelzen. Wenn du denkst "Ich bin halt chaotisch", statt "Ich handle manchmal chaotisch", blockierst du automatisch Veränderung. Du identifizierst dich mit deinem Verhalten – und zementierst es damit. „Ich bin…“ ist immer magisch. Achte auf deine Worte.

 


Warum wir an der Ausrede festhalten


Ganz ehrlich: Veränderung ist anstrengend. Unbequem. Sie fordert dich heraus. Und sie stellt etwas infrage, das uns Menschen unglaublich wichtig ist: unsere Sicherheit.


Unsere Komfortzone ist wie ein altes Sofa. Durchgesessen, nicht schön – aber hey, du weißt, wie’s sich anfühlt. Veränderung? Das ist der neue Designerstuhl, den du noch nicht ausprobiert hast. Vielleicht unbequem. Vielleicht instabil. Vielleicht aber auch: genau das, was du brauchst.


Hinter dem Satz "Ich bin halt so" stecken oft diese Gedanken:

  • "Wenn ich mich ändere, verliere ich mich."

  • "Veränderung bedeutet, dass ich vorher falsch war."

  • "Was, wenn ich es nicht schaffe?"


Die Wahrheit? Veränderung bedeutet nicht, dass du vorher falsch warst. Sondern dass du mutig bist, hinzuschauen und zu wachsen.

 

 

Die versteckten Kosten deiner Ausrede


Wenn du dich ständig mit "Ich bin halt so" entschuldigst, zahlst du einen hohen Preis:

  1. Du stagnierst – statt zu wachsen.

  2. Du ziehst immer wieder dieselben Erfahrungen an.

  3. Du erlaubst dir keine Entwicklung.

  4. Du verwehrst dir ein erfüllteres Leben.


Du bleibst in Beziehungen, die dir nicht guttun. Du bleibst in Jobs, die dich auslaugen. Du bleibst in Verhaltensmustern, die du eigentlich längst loslassen willst.


Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit unseres Gehirns, sich lebenslang zu verändern. Du bist nie zu alt, zu tief drin oder zu starr – dein Gehirn kann jederzeit neue Wege lernen. Meine Oma sagt immer: Du wirst alt wie ´ne Kuh und lernst immer noch dazu. Die Frage ist nur: Lässt du es zu?

 

 

Was du stattdessen brauchst: Radikale Ehrlichkeit


Die mag weh tun, aber sie ist der Anfang von allem.

Frag dich:

  • Ist das wirklich mein "Wesen" – oder nur ein alter Schutzmechanismus?

  • Was steckt hinter meinem Verhalten?

  • Was würde passieren, wenn ich mir Veränderung erlaube?


Beispiel: Statt "Ich bin halt schüchtern", sag dir: "Ich habe gelernt, dass es sicherer ist, im Hintergrund zu bleiben. Aber ich darf heute wählen, sichtbar zu werden."

 


Deine Erlaubnis zur Unzufriedenheit


Du musst dein Leben nicht schönreden. Du darfst sagen: "Es reicht. Ich will mehr. Ich will anders."

Unzufriedenheit ist kein Fehler. Sie ist ein Ruf deiner Seele. Und sie zeigt dir: Da ist mehr.

Viele Frauen fühlen sich schlecht, wenn sie sich unzufrieden fühlen – obwohl sie doch „eigentlich alles haben“. Familie, Job, Wohnung, Sicherheit. Aber innerlich? Leer.


In der Psychologie spricht man von "kognitiver Dissonanz" – wenn dein inneres Gefühl nicht mit deinem äußeren Leben übereinstimmt. Das erzeugt Spannungen, die wir oft wegdrücken.

Dabei sind sie ein wertvolles Signal: Hier darf sich etwas verändern.

 

 

Wie du dich aus der Ausreden-Spirale befreist – Schritt für Schritt


1. Mach dir deine Schutzmuster bewusst

Schreib 3 Situationen auf, in denen du "Ich bin halt so" gedacht oder gesagt hast. Was war eigentlich los? Welche Angst stand dahinter?


2. Trenne Identität von Verhalten

Du bist nicht dein Verhalten. Sag statt „Ich bin faul“ lieber: „Ich habe heute keine Energie.“


3. Erschaffe neue Glaubenssätze

Statt: „Ich bin halt nicht mutig.“ Sag: „Ich übe mich gerade in Mut.“


4. Stell dir diese eine Frage

Wie würde ich mich verhalten, wenn ich daran glaube, dass Veränderung möglich ist?


5. Handle – klein, aber bewusst

Such dir heute eine Mini-Situation, in der du bewusst anders handelst. Ein ehrliches Nein. Eine neue Entscheidung. Eine Mini-Überwindung.

Veränderung beginnt nicht mit dem großen Umbruch. Sie beginnt mit deiner inneren Entscheidung: Ich lasse die Ausrede los.

 


Übung für heute – dein Commitment zur Veränderung


Nimm dir 10 Minuten, schnapp dir Stift und Papier und beantworte folgende Fragen:

  1. Wo erzähle ich mir selbst noch die Geschichte "Ich bin halt so"?

  2. Was schützt mich diese Ausrede vor?

  3. Was würde in meinem Leben möglich, wenn ich das loslasse?

  4. Was ist ein kleiner Schritt, den ich heute tun kann?


Dann schreib diesen Satz auf einen Zettel und kleb ihn dir an den Spiegel: Ich bin bereit, mein altes Ich liebevoll loszulassen – und mein echtes Ich willkommen zu heißen.

 

Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht alles sofort verändern. Aber du darfst aufhören, dich unter deinen Möglichkeiten zu verstecken. Du bist nicht „halt so“. Du bist im Werden. Im Wachsen. Im Wandel.


Veränderung ist kein Angriff auf dein Ich. Veränderung ist ein Akt der Selbstliebe.

Also: Kein Bock mehr auf Ausreden. Es ist Zeit, loszugehen.



Kommentare


bottom of page